Oneiroi – in der griechischen Mythologie die Verkörperung der Träume – öffnet einen Raum zwischen Bild, Klang und Bewegung. Aus den Gemälden von Georg Kuttelwascher entstehen Kompositionen von Marc Bruckner und eine Choreografie von Elina Lautamäki. Was ist die Körperlichkeit des Träumens?

Musik: Marc Bruckner
Bilder: Georg Kuttelwascher
Choreografie: Elina Lautamäki 
Tanz: Studierende und Lehrende von Movement Lab: Matan Levkowch, Juli Gabor, Menno van der Woude, Julian Rank, Kerstin Bogensberger und Claus Aichinger 

Gemeinsam mit Marc und Georg wurde ich in das Thema des Träumens hineingezogen. Jede:r von uns antwortete darauf mit einem eigenen künstlerischen Medium: Malerei, Komposition und Tanz.
In Georgs Bildern sehe ich Körperfragmente, Netze, Masken, Wesen, Dinge, die sich auflösen und verschwinden. Marcs Musik brachte weiche Harmonien, eine ferne Be-drohung, scharfe Melodien und einsame Klänge in hohlen Räumen.
Diese Arbeit versucht nicht, einen Traum zu illustrieren. Sie beginnt mit einer anderen Frage: Was bedeutet es, mit dem Körper zu träumen?
Manche Menschen sagen, Träume seien nicht wahr: Aber für mich sind sie wahr. Ich trage sie in meinem Körper und in meiner Seele.
Ich träume davon, nicht sprechen zu können, davon zu laufen und nirgendwo an-zukommen, davon. dass sich Körper in Objekte verwandeln. Träume fühlen sich körperlich an, fremd und manchmal beängstigend, weil sie mit Kontrollverlust verbunden sind.
In diesem Improvisations-Score versuchen wir, die Atmosphäre des Träumens zu verkörpern.
Obwohl ich im Programm als Choreografin bezeichnet werde, fühle ich mich eher wie eine Köchin: Ich bringe Zutaten zusammen, würze und rühre die Suppe um. Da ein großer Teil der Arbeit improvisiert ist, betrachte ich die Tänzer:innen als Mit-Choreograf innen.
Ich lade euch ein, mit uns zu träumen, mit uns stecken zu bleiben und mit uns nicht zu verstehen.
Elina Lautamäki

Für mich persönlich ist es kaum möglich, diese Art von Performances mit Fotos, Videos zu dokumentieren, weil der Raum soviel Einfluss auf die Wahrnehmung hat. Man muss dabei gewesen sein, weil sich das noch viel schwerer als ein Livekonzert, mit ein paar Kurzvideos einfangen lässt. Ein Bogen, der 25 Minuten lang gespannt wird, offenbart sich eben gerade nicht in 20 Sekunden. Deshalb muss hier ein Bild vorerst genügen.