MARCS PAUSENTALK

1 Minute, manchmal etwas mehr, dauert der Pausentalk. Es ist ein flotter Gedanke, der euch vielleicht auf eine Idee bringt, was ihr als nächstes auf eurem Instrument entdecken möchtet. Sound, Technik, Improvisation, kleine Tips & Tricks,…es geht quer durch den musikalischen Gemüsegarten.

Hier geht’s zu allen Videos auf YOUTUBE

Bevor man sich in die Videos hineinstürzt, möchte ich den Scheinwerfer auf einige zentrale Aspekte beim Üben legen:

  • LANGSAM ÜBEN
  • MIT METRONOM ÜBEN – sobald du den Bewegungsablauf einer Übung dir in einem langsamen Tempo erarbeitet hast, nimm das Metronom und erhöhe das Tempo. Du solltest in der Lage sein, die Übung 4-8 bpm über dem Zieltempo spielen zu können. Damit gehst du sicher, dass du in der Livesituation nicht an deinem Limit agierst.
  • MIT STIMMGERÄT ÜBEN – leg dein Stimmgerät auf den Notenständer, so hast du es immer im Blick und bekommst schneller ein Gefühl dafür, welche Töne eine Veränderung im Ansatz (Spannung/Entspannung) benötigen. Deine Ohren werden dabei trainiert, du korrigierst mit der Zeit rascher und „unbewusster“ die Intonation, weil dein Ohr schneller weiß, wo der Ton hin muss.
  • AUFNEHMEN/RECORDEN – nimm dich auf und hör dir das an – es reicht dazu dein Handy, ca. 1m von deinem Instrument entfernt. Du bekommst dadurch ein ehrliches Feedback, wie du klingst (Ton, Artikulation, Phrasierung, Dynamik, Intonation). Am besten ist, du filmst dich auch ab und zu. Dadurch werden Fehler in der Körperhaltung sofort sichtbar.
  • ENTSPANNUNG/SPANNUNG – egal was du übst, achte immer auf deinen Körper und die Signale, die er dir sendet. Insbesondere wenn dir schnell die Kraft ausgeht, die Luft nicht ausreichend lange vorhanden ist, dein Handgelenk schmerzt oder du Verspannung im Nackenbereich merkst, dann bist du nicht in Balance; das Verhältnis von Spannung und Entspannung passt nicht. Konzentrier dich immer darauf, dass du in deiner Mitte bleibst. Grundsätzlich ist Musizieren kein Kraftakt, sondern es hat mit Spannung in den nötigen Körperregionen zu tun.
  • KÖRPERHALTUNG – viel passiert aus unserer Mitte, aus dem unteren Bauchbereich. Beinahe für jedes Instrumente gilt:
    AUFRECHTE HALTUNG (SITZEN ODER STEHEN)
    KEIN BUCKEL
    SCHULTERN ZURÜCK UND LOCKER FALLEN LASSEN
    HÄNDE CA. IM RECHTEN WINKEL ZUM INSTRUMENT
    BAUCHATMUNG ZUERST, WENN MEHR LUFT NÖTIG, DANN ERST BRUSTKORB FÜLLEN
  • PAUSEN MACHEN – Pausen haben den Sinn, dass sich jemand oder etwas erholen kann. Das gilt sowohl beim Üben (einige Sekunden bevor die nächste Übung gemacht wird) als auch zwischen Übetagen (mal einen Tag Pause einlegen) und ebenso für Komposition und Improvisation (das Publikum braucht auch Pausen in den Melodien und den Improvisationen, weil sonst dessen Aufmerksamkeit sehr rasch ermüdet – stellt euch ein Gespräch mit einer Person vor, die unentwegt, ohne eine Pause zu machen, 2 Stunden redet. Ich ermüde zumindest in so einer Situation sehr rasch.
  • MUSIK=PARTY FÜR DEIN GEHIRN – Egal auf welchem Niveau du ein Instrument spielst, für dein Gehirn ist es jedesmal ein positiver Ausnahmezustand, der dich im Kopf fit hält. Deshalb ist es mir persönlich gar nicht so wichtig, wie virtuos jemand ist, sondern viel mehr zählt, dass man überhaupt ein Instrument in die Hand nimmt und damit musiziert. Siehe dazu auch diesen Ted Talk: https://www.ted.com/talks/anita_collins_how_playing_an_instrument_benefits_your_brain/

Nachfolgend gibt es einige Infos zur Geschichte jener Instrumente, die in den Videos vorkommen.

Bandoneon

Das Musikinstrument Bandoneon (ursprünglich Bandonion), ist ein vom Krefelder Musiklehrer Heinrich Band konstruiertes Handzuginstrument, das aus der Konzertina entwickelt worden ist. Die Bauform des Bandoneons ist als erstes bei dem Chemnitzer Instrumentenbauer Carl Friedrich Uhlig (1789 – 1874) belegt. Dieser begann um 1834 zunächst 20-tönige, später 40-tönige und größere Konzertinas herzustellen. Das Tastatursystem des Bandoneons ist eine Erweiterung und Abwandlung dieses Systems durch Heinrich Band. Dieser baute zuerst 64-tönige, später 88-tönige Instrumente, die auf der rechten Seite 23 und auf der linken 21 Tasten besaßen. Etwa zur gleichen Zeit (1843) konstruierte C. F. Zimmermann in Carlsfeld die „Union-Harmonika“, die im Prinzip dem Bandoneon sehr gleicht. Im Jahr 1846 entwickelte Band ein 100-töniges Instrument. Heinrich Band nannte seine neuen Instrumente „Bandonion“, wobei er sich wahrscheinlich bei der Namensfindung am kommerziellen Erfolg des 1829 in Wien entwickelten Accordions orientierte. Er verkaufte seine Instrumente anfangs ausschließlich in seinem Krefelder Musikaliengeschäft. Das Bandoneon wurde jedoch sehr schnell über die Stadtgrenzen hinaus in ganz Deutschland bekannt und geschätzt. Schließlich verbesserte Band den Tonumfang von 100 auf 112, dann auf 128 und zuletzt auf 130 Töne. 1924 wurde vom Deutschen Konzertina- und Bandoneon-Bund ein sogenanntes „Einheitsbandoneon“ mit 72 Tasten und 144 Tönen festgelegt. Um 1900 entstanden in Deutschland innerhalb der Arbeiterbewegung viele Bandoneon-Vereine. Noch in den 1930er Jahren gehörte das Bandoneon zum Grundinstrumentarium nahezu aller Tanz- und Unterhaltungskapellen – nach 1950 gab es erneut sehr viele Bandoneon-Vereine, in denen hauptsächlich im vierstimmigen Satz zusammen gespielt wurde. In Europa und Deutschland wurde das Bandoneon allerdings im Folgenden allmählich durch das einfacher zu spielend Akkordeon verdrängt. In Südamerika ist das Instrument für das Spielen des Tango seit dem frühen 19. Jh. und bis heute sehr beliebt und weitverbreitet.
Das Gehäuse des Bandoneons hat einen quadratischen Querschnitt – zwischen zwei Stirnstücken ist ein Balg aus Balgkarton in Holzrahmen (Erlen- oder Ahornholz) und Ziegenleder montiert. Durch Aufziehen und Zusammendrücken des Balges entsteht in seinem Inneren abwechselnd ein Unter- oder Überdruck. Durch das Drücken von Knöpfen an den beiden Stirnseiten mit den Fingern werden für einzelne Töne die jeweiligen Ventile geöffnet, so dass die dann durchströmende Luft auf sogenannten Stimmstöcken angeordnete Metallzungen verschiedener Tonhöhen zum Schwingen bringt. Da pro Ton zumeist zwei Zungen (zwei-chörig) schwingen, bringt das Instrument eine Oktavverdopplung mit klangvollen, sanften aber auch scharfen, brillanten Tönen hervor. Im Unterschied zum Akkordeon besitzt das Bandoneon keine mechanisch voreingestellten Akkorde, sondern wie das Klavier nur Einzeltöne. Insgesamt kann über fast fünf Oktaven gespielt werden. Man unterscheidet zwei Arten von Bandoneons: Beim wechseltönigen Bandoneon sind die meisten Tasten wechseltönig, welche bei Druck und Zug des Balges einen unterschiedlichen Ton erzeugen. Beim gleichtönigen Bandoneon erklingt dagegen der gleiche Ton bei Druck- und Zugspiel (Quelle http://saarland.digicult-museen.net/objekte/19596)

Nyckelharpa

Eine Schlüsselfidel (Nyckelharpa) ist ein Saiteninstrument, dessen Saiten durch Streichen mit einem Bogen zum Klin- gen gebracht werden. Die Tonhöhe der ein bis vier Melodie- saiten wird mittels Tangenten (den “Schlüsseln” = schwe- disch “Nyckel”) verändert (statt z.B. durch Greifen mit den Fingern auf einem Griffbrett). Es ist dasselbe Prinzip wie bei der Drehleier. (Quelle http://www.cadence.articles.nyckelharpa.eu/history-of-the-nyckelharpa_per-ulf-allmo.de.pdf)

Als Nyckelharpa wird jedes Instrument bezeichnet, welches wie eine Fidel mit einem Bogen gespielt, die Tonhöhe aber durch eine Tastatur ähnlich wie bei einer Drehleier verändert wird. Die Nyckelharpa stammt in ihrer frühesten Form aus dem Mittelalter. Die erste Abbildung findet sich auf einem Steinrelief von ca. 1350 n.Ch. in der Kallunge K:A auf Gotland/Schweden. Frühe Modelle, so wie die Mora – oder auch Esseharpa, besitzen eine Melodiesaite und zwei Bordunsaiten bei pentatonischer Stimmung. Die heute gebräuchliche Nyckelharpa besitzt eine chromatische Tastatur und trägt – strenggenommen – deshalb den Namen ”chromatische Nyckelharpa”. (Quelle http://www.manesse-instrumenta.de)

Ukulele

Eigentlich ist die Ukulele der Nachfolger eines viersaitigen Musikinstrumentes namens „Machête“ oder etwas ungenauer gefasst, ein Nachfolgemodell der „Braguinha“ von der portugiesischen Insel Madeira, welches eine lokale Form des Zupfinstrumentes Cavaquinho ist. Man kann das Entstehungsdatum der Ukulele, die durch ein Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen entstand, präzise zurückdatieren und zwar auf den 23. August des Jahres 1879. An diesem Tag legte ein britisches Schiff namens Ravescraag mit 423 Männern, Frauen und Kindern aus Madeira an Bord in Honolulu, Hawaii, an. Nach vier Monaten auf See waren die Passagiere, abgekämpft von der anstrengenden Reise, sichtlich erleichtert endlich ihr Ziel erreicht zu haben. Man erzählt, dass der Musiker João Fernandes bei der Ankunft am Hafen von Honolulu freudig an Land sprang und voller Dankbarkeit darüber, unversehrt seinen Bestimmungsort erreicht zu haben, anfing, portugiesische Volkslieder zu singen. Obwohl seine Darbietung hauptsächlich für die anderen Passagiere bestimmt war, zeigten sich die Hawaiianer, die diesem Spektakel beiwohnten, sehr bewegt. Außerdem fiel ihnen das seltsame Instrument auf, auf dem er seine Lieder begleitete – eine Machete. Es gibt zahlreiche Theorien darüber, wie die Ukulele zu ihrem Namen kam. Zu einer der beiden meist verbreiteten Geschichten zählt jene über den englischen Militäroffizier Edward Purvis, der 1879 nach Hawaii kam. Purvis war ein talentierter Musiker, der sich zu einem Virtuosen der Machête meisterte, und der, nachdem er zum Assistenten des Haushofmeisters von König David Kalakauas ernannt wurde, oftmals den Hof mit seinem Expertenspiel unterhielt. Da er klein und aufgeweckt war (das Gegenteil zu den ausgesprochen großen Hawaiianern), gab man ihm den Spitznamen „Ukulele“, was auf Hawaiianisch „hüpfender Floh“  (oder auch „springender Floh“) bedeutet. Wahrscheinlich wurde Purvis Spitzname einfach auf das Instrument übertragen, das er so gerne spielte. Eine wortwörtliche Theorie stellt eine Verbindung der Finger, die bei einem versierten Spieler flink über das Griffbrett der Machête fliegen, mit der Bewegung von „hüpfenden Flöhen“  her. Die Königin Lili’uokalani interessierte sich jedoch nicht für diese Deutung. Sie bevorzugte eine poetischere Übersetzung des hawaiianischen Wortes „Uku“  mit „Geschenk“  und „lele“  mit „kommen“  und verwies damit auf den Weg, den das nun heißgeliebte Instrument von Portugal nach Hawaii hinter sich gebracht hatte (anscheinend hat das hawaiianische Wort „Uku“  mehrere Bedeutungen).  Während es zahlreiche mögliche Erklärungen zur Entstehungsgeschichte des Namens Ukulele gibt, ist es wichtig anzumerken, dass  es in Hawaii nur eine richtige Aussprache gibt:  „uu-kuu-le-le“  was sich abgrenzt von der vorherrschenden Aussprache auf dem amerikanischen Festland „juu-kuu-le-le“ . (Quelle https://www.lanikai-ukulelen.de/geschichte-der-ukulele.html)

Indisches Harmonium

Das Harmonium wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa erfunden. Ursprünglich stand das Instrument wie ein Klavier auf Füssen, wurde auf einem Stuhl sitzend gespielt und die Luft wurde mit Fusspedalen zugeführt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das europäische Harmonium zunächst als Import in britischen Kolonialkreisen und der bengalischen Elite in Kalkutta heimisch und fand dann den Weg ins Marathi – Theater.
In den 1880 er Jahren begann der einheimische indische Harmoniumbau. Etwa zur gleichen Zeit wurden die Standvorrichtung und die Fusspedalen durch einen Handbalg ersetzt, so dass sich das Harmonium wie alle anderen indischen Instrumente auch auf dem Boden sitzend spielen liess. Dadurch konnte es auch als Begleitinstrument für Gesang in den klassischen indischen Musiktraditionen, in der religiöse Musik und in der Volksmusik genutzt werden. Die schwingenden Zungen für die Tongebung wurden allerdings noch aus Deutschland oder Frankreich eingeführt. Erst ab den 1940 er Jahren wurden in Palitana in indischen Bundesstaat Gujarat auch hochwertige indische Zungen hergestellt, so dass kein Import mehr nötig war.
Obwohl sich das Harmonium in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in ganz Nordindien dank seiner Flexibilität, Zuverlässigkeit und einfachen Handhabung als Begleitinstrument in fast allen Gesangsstilen etabliert hatte, wurde es von klassischen Puristen lange als unpassend für die Feinheiten indischer Ragas abgelehnt. Von 1940 bis 1970 wurde die Verwendung des Harmoniums beim staatlichen Rundfunksender All India Radio deshalb sogar verboten. Sein Siegeszug liess sich davon aber nicht aufhalten. (Quelle https://www.raven-spirit.ch/knowhow/25-geschichte-des-harmonium.html)

Udu

Percussion is the most vital element of African music. In African cultures, the beat of a drum is used to relay a message in what many understand as drum languages, or talking drums. Different African cultures use ordinary household items as instruments which developed into a wide variety of percussion instruments that we know today. One of these instruments is the Udu. The udu drum originated from the Igbo people of Nigeria.  Udu DrumUnlike other percussion instruments, the udu drum was invented and developed by the women of the Igbo people from clay pots. In fact, Udu means pot in Igbo. These clay pots are used to carry and store water from the river to their homes. Although the udu looks like an exotic instrument, the udu is a big part of the Igbo’s way of life. You will find a lot of these pots littered in their homes. The udu is also used to store grain and other cultivated foods. The udu is a good nesting place for bee colonies, which then becomes a source of honey for the Igbo farmers. The function of udu as a household item and as a percussion instrument is not a coincidence especially in traditional cultures. The udu was used for women’s ceremonies and rites. Eventually, the udu drum evolved into a percussion instrument in Christian churches in Africa and around the world. Udu drum is also used in reggae bands, African pop music, percussion musicals, and acoustic performances. The udu drum has a unique property that allows it to produce a wide range of different sounds. A typical udu drum has a small hole to gather the air that carries the sound. The udu drum is used to play bass beats with vibrating tones. These beats are used to guide a band or anchor the rhythm of the song and move the performance forward. The udu drum can be played by tapping one’s fingers on the sides, and moving hands over and away from the hole much like a flute. The variation of taps and hole adjustments produces a wide array of different sounds. (Quelle https://www.x8drums.com/v/blog/2009/05/udu-drum-history-and-playing.asp)